Psychodynamische Ansätze

Wichtige Vertreter

Sigmund Freud · Carl Gustav Jung · Alfred Adler · Melanie Klein · Anna Freud · Donald Winnicott · Otto Kernberg

Menschenbild

Menschen werden wesentlich durch ihre bisherigen Erfahrungen, Beziehungen und inneren Prozesse geprägt. Ein Teil davon ist uns bewusst, vieles wirkt jedoch auch unbewusst auf unser Denken, Fühlen und Handeln ein. Besonders frühe Beziehungserfahrungen können beeinflussen, wie wir später uns selbst und andere wahrnehmen.

Problemverständnis

Psychische Probleme können entstehen, wenn innere Konflikte, belastende Beziehungserfahrungen oder schwierige Gefühle nicht ausreichend verarbeitet werden. Früh entwickelte Muster können sich in aktuellen Beziehungen und Lebenssituationen wiederholen, ohne dass uns diese Zusammenhänge unmittelbar bewusst sind.

Ziel der Therapie

Wiederkehrende Muster, innere Konflikte und bislang schwer zugängliche Gefühle sollen besser verstanden und bearbeitet werden. Dadurch können neue Möglichkeiten entstehen, mit sich selbst, den eigenen Gefühlen und anderen Menschen umzugehen.

Strömungen und Weiterentwicklungen

Psychoanalyse

Die Psychoanalyse geht davon aus, dass unbewusste Konflikte, Wünsche und frühere Beziehungserfahrungen unser heutiges Erleben und Verhalten beeinflussen. In der Therapie sollen diese unbewussten Zusammenhänge zunehmend verstanden und bewusst gemacht werden. Dabei spielen auch Beziehungsmuster, die sich in der therapeutischen Beziehung zeigen, eine wichtige Rolle.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie baut auf psychoanalytischen Grundannahmen auf, arbeitet jedoch stärker fokussiert und gegenwartsbezogen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Schwierigkeiten und die dahinterliegenden unbewussten Konflikte und Beziehungsmuster. Ziel ist es, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und dadurch neue Möglichkeiten im Erleben und Handeln zu entwickeln.

Analytische Psychologie

Die analytische Psychologie beschäftigt sich neben unbewussten Prozessen besonders mit inneren Bildern, Symbolen und unterschiedlichen Anteilen der Persönlichkeit. Psychische Schwierigkeiten können als Ausdruck innerer Konflikte oder einer gehemmten persönlichen Entwicklung verstanden werden. Die Therapie soll dabei helfen, bisher wenig beachtete Seiten der eigenen Persönlichkeit wahrzunehmen und zu integrieren.

Individualpsychologie

Die Individualpsychologie betrachtet Menschen besonders vor dem Hintergrund ihrer sozialen Beziehungen, persönlichen Ziele und ihres individuellen Lebensstils. Früh entwickelte Überzeugungen darüber, wie man selbst und andere Menschen sind, können das spätere Erleben und Verhalten prägen. In der Therapie werden diese Muster verstanden und neue Möglichkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen entwickelt.

Mentalisierungsbasierte Therapie

Die mentalisierungsbasierte Therapie beschäftigt sich mit der Fähigkeit, eigene und fremde Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse und Absichten wahrzunehmen und zu verstehen. Besonders in emotional belastenden Situationen kann diese Fähigkeit eingeschränkt sein, wodurch Missverständnisse und Beziehungsschwierigkeiten entstehen können. Die Therapie unterstützt dabei, sich selbst und andere differenzierter wahrzunehmen.

Übertragungsfokussierte Psychotherapie

Die übertragungsfokussierte Psychotherapie richtet den Blick besonders auf wiederkehrende Beziehungsmuster, die sich auch in der Beziehung zwischen Patient:in und Therapeut:in zeigen. Widersprüchliche Vorstellungen von sich selbst und anderen sollen dadurch sichtbar und verständlich werden. Ziel ist es, diese unterschiedlichen inneren Erfahrungen zunehmend miteinander zu verbinden.