VERHALTENSTHERAPIE

Iwan Pawlow · John B. Watson · B. F. Skinner · Albert Bandura · Aaron T. Beck

Menschenbild

Der Mensch wird als lern- und veränderungsfähig verstanden. Verhalten, Gedanken und Gefühle entwickeln sich in Auseinandersetzung mit Erfahrungen und Umweltbedingungen und können sich durch neue Erfahrungen ebenfalls verändern. Menschen können dadurch neue Denk- und Verhaltensweisen erlernen und ihren Umgang mit belastenden Situationen aktiv gestalten.

Problemverständnis

Psychische Probleme werden als erlernte oder aufrechterhaltene Muster des Denkens, Fühlens und Verhaltens verstanden. Bestimmte Verhaltensweisen können kurzfristig entlastend wirken, langfristig jedoch dazu beitragen, Belastungen aufrechtzuerhalten. Auch ungünstige Bewertungen, Erwartungen und Denkgewohnheiten können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Ziel der Therapie

Ziel ist es, belastende Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen, zu überprüfen und schrittweise zu verändern. Neue hilfreiche Strategien werden gemeinsam entwickelt und im Alltag erprobt. Dadurch sollen Menschen lernen, mit belastenden Situationen flexibler umzugehen und langfristig mehr Handlungssicherheit und Selbstwirksamkeit zu entwickeln.

Strömungen und Weiterentwicklungen

Klassische Verhaltenstherapie

Die klassische Verhaltenstherapie geht davon aus, dass viele Verhaltensweisen durch Erfahrungen und Lernprozesse entstehen. Problematische Verhaltensmuster können daher auch wieder verändert oder neu gelernt werden. Im Mittelpunkt stehen konkrete Veränderungen im Verhalten und neue Erfahrungen, beispielsweise durch Exposition oder gezielte Übungen.

Kognitive Verhaltenstherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie erweitert diesen Ansatz um die Bedeutung unserer Gedanken und Bewertungen. Wie wir eine Situation interpretieren, beeinflusst, wie wir uns fühlen und verhalten. In der Therapie werden deshalb ungünstige Denk- und Verhaltensmuster erkannt, überprüft und durch hilfreichere Alternativen ergänzt.

Akzeptanz- und Commitment-Therapie

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie geht davon aus, dass schwierige Gedanken und Gefühle zum menschlichen Leben dazugehören. Statt sie ständig kontrollieren oder vermeiden zu wollen, wird ein flexiblerer Umgang mit ihnen entwickelt. Gleichzeitig geht es darum, persönliche Werte zu klären und das eigene Handeln stärker danach auszurichten.

Schematherapie

Die Schematherapie beschäftigt sich mit tief verankerten Denk-, Gefühls- und Beziehungsmustern, die häufig durch frühe Erfahrungen geprägt wurden. Diese sogenannten Schemata können dazu führen, dass sich bestimmte Schwierigkeiten im Leben immer wiederholen. In der Therapie werden diese Muster verständlich gemacht und neue Möglichkeiten im Umgang mit eigenen Bedürfnissen und Gefühlen entwickelt.

Dialektisch-Behaviorale Therapie

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie wurde insbesondere für Menschen entwickelt, die Schwierigkeiten im Umgang mit sehr intensiven Emotionen haben. Sie verbindet die Akzeptanz des gegenwärtigen Erlebens mit konkreten Veränderungen im Verhalten. Dabei werden unter anderem Fähigkeiten zur Emotionsregulation, Stresstoleranz, Achtsamkeit und Beziehungsgestaltung vermittelt.

Klärungsorientierte Psychotherapie

Die Klärungsorientierte Psychotherapie beschäftigt sich besonders mit den persönlichen Motiven, Bedürfnissen und inneren Mustern, die hinter problematischem Verhalten stehen. Dabei geht es darum, besser zu verstehen, warum bestimmte Situationen immer wieder ähnliche Gefühle oder Reaktionen auslösen. Auf dieser Grundlage können hinderliche Muster verändert und neue, passendere Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden.

Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP)

CBASP wurde speziell für die Behandlung chronischer Depressionen entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das eigene Verhalten auf andere Menschen wirkt und wie zwischenmenschliche Erfahrungen mit depressiven Mustern zusammenhängen. In der Therapie werden konkrete Situationen analysiert und neue Verhaltensweisen erprobt, um Beziehungen und die eigene Handlungsfähigkeit zu verbessern.